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Technisch-organisatorische Maßnahmen (TOM)

Nach DSGVO Art. 32 getroffene technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz personenbezogener Daten – strukturiert entlang der sieben Kontrollbereiche.

Note: This page is an implementation aid and does not replace legal advice or binding supervisory interpretation.

Management-Zusammenfassung

  • Zutrittskontrolle: Physische Sicherheit von Serverraeumen, Schließsystemen und Besucherregelung.
  • Zugangskontrolle: Multi-Faktor-Authentifizierung, Identity- & Access-Management und strenge Password Policy.
  • Zugriffskontrolle: Rollenbasierte Berechtigungen, Need-to-know-Prinzip und lueckenloses Audit Logging.
  • Weitergabekontrolle: Ende-zu-Ende-Verschluesselung, TLS, VPN und Datenklassifizierung fuer sichere Uebertragung.
  • Verfuegbarkeitskontrolle: Backup-Strategien, Redundanz, Disaster Recovery Plan und Business Continuity Management.

Zutrittskontrolle (Physischer Zugang)

  • Serverraume mit Zutrittskontrollsystem (elektronisches Schließsystem, Transponderkarten, biometrische Faktoren).
  • 24/7 Videoueberwachung der Zutrittspunkte und Alarmanlage bei unbefugtem Eindringen.
  • Besucherregelung mit Anmeldepflicht, Begleitung waehrend des Aufenthalts und Besucherausweis.
  • Zutrittsberechtigungen werden rollenbasiert vergeben und quartalsweise auf Aktualitaet geprueft.
  • Brandschutz- und Klimatisierungssysteme mit getrennter Ueberwachung und Fruehwarnfunktion.
  • Wartungs- und Fremdpersonal nur mit Begleitung durch berechtigte Mitarbeitende.

Zugangskontrolle (Logischer Zugang)

  • Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) fuer alle externen und privilegierten Zugaenge sowie Admin-Umgebungen.
  • Identity- & Access-Management (IAM) mit zentralem Benutzerverzeichnis und automatisierter Provisionierung.
  • Password Policy mit Mindestlaenge 14 Zeichen, Komplexitaetsvorgaben und 90-Tage-Rotation fuer Privilegierte.
  • Session Management mit automatischem Timeout nach 15 Minuten Inaktivitaet und Sperrung nach Fehlversuchen.
  • Single Sign-On (SSO) ueber SAML/OIDC mit zentraler Berechtigungssteuerung und On-/Offboarding.
  • Kontinuierliche Ueberpruefung und Bereinigung inaktiver Konten sowie privilegierter Zugriffe.

Zugriffskontrolle (Datenzugriff)

  • Rollenbasierte Zugriffskontrolle (RBAC) mit granularen Berechtigungen auf Datenbank-, Applikations- und Dateiebene.
  • Need-to-know-Prinzip: Zugriff nur auf die fuer die Aufgabenerfuellung erforderlichen Daten.
  • Lueckenloses Audit Logging aller Zugriffe auf personenbezogene Daten mit Aenderungsnachweis.
  • Trennung von Administrations- und Fachbereichen mit Vieraugenprinzip fuer kritische Aktionen.
  • Automatisierte Berechtigungsreviews alle 90 Tage mit Eskalation bei Abweichungen.
  • Datenbank-Verschluesselung auf Spaltenebene fuer besonders schuetzenswerte Datenkategorien.

Weitergabekontrolle (Übertragungssicherheit)

  • Ende-zu-Ende-Verschluesselung (E2EE) fuer Daten in Transit mittels TLS 1.3 auf allen Schnittstellen.
  • VPN-Pflicht fuer externe Zugriffe auf interne Systeme und Verwaltungsumgebungen.
  • Datenklassifizierung nach Vertraulichkeitsstufen mit entsprechender Transport- und Speichervorgabe.
  • Elektronischer Datenaustausch nur ueber gesicherte Protokolle (SFTP, HTTPS, AS4).
  • Verschluesselung at-rest mit AES-256 fuer Datenbanken, Backups und Dateisysteme.
  • Richtlinien zur Weitergabe an Dritte inkl. Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) und Datenbestandsliste.

Eingabekontrolle (Protokollierung & Nachvollziehbarkeit)

  • Zentrale Log-Aggregation mit Echtzeit-Monitoring und Alarmierung bei auffaelligen Ereignissen.
  • Nachvollziehbarkeit von Dateneingabe, -aenderung und -loeschung mit Zeitstempel und Benutzerkennung.
  • Change Tracking fuer System-, Konfigurations- und Berechtigungsaenderungen mit Genehmigungsstatus.
  • Aufbewahrung der Logdaten fuer 12 Monate mit Zugriffsschutz und Integritaetssicherung.
  • Regelmaessige Pruefung der Log-Integritaet mittels kryptografischer Pruefsummen (Log Hashing).
  • SIEM-basierte Korrelation von Eingabeereignissen mit definierten Alarmierungsschwellen.

Verfuegbarkeitskontrolle (Betriebssicherheit)

  • Taegliche Voll-Backups mit versionsbasiertem Aufbewahrungskonzept (GFS-Schema).
  • Georedundante Rechenzentren mit Active-Passive-Betrieb und automatischem Failover.
  • Disaster Recovery Plan (DRP) mit jaehrlicher Volluebung und dokumentiertem Wiederanlaufverfahren.
  • Business Continuity Management (BCM) mit definierten RPO- und RTO-Werten fuer alle kritischen Systeme.
  • USV-Anlagen und Notstromversorgung fuer mindestens 4 Stunden Vollbetrieb.
  • Verfuegbarkeits-Monitoring (SLA 99,9 %) mit automatischer Alarmierung und Eskalationsprozess.

Trennungsgebot (Mandanten- & Umgebungstrennung)

  • Mandantentrennung auf Applikationsebene mittels Tenant-ID-Isolation und logischer Zugriffsschranken.
  • Trennung von Entwicklungs-, Test- und Produktivumgebungen mit strengen Deployment-Regeln.
  • Netzwerksegmentierung in Security Zonen (DMZ, Internal, Restricted) mit Firewall-Regeln.
  • Keine Verwendung von Produktivdaten in Test- oder Entwicklungsumgebungen (Maskierung/Anonymisierung).
  • Container-Isolation mit Kubernetes Namespaces und Network Policies fuer Mandanten-Trennung.
  • Jaehrliche Pruefung der Trennung durch Penetrationstests und Architektur-Reviews.

ISO 27001 Verbindung

ISO/IEC 27001:2022 stellt die Kontrollanker für technisch-organisatorische Maßnahmen bereit.

  • A.5.9 Bestandsverzeichnis von Informationen
  • A.5.31 Richtlinien für Datenschutz und Datensicherheit
  • A.8.2 Zugriffsberechtigungen
  • A.8.3 Zugriffsrechtevergabe
  • A.8.5 Geheimhaltungsvereinbarungen
  • A.8.10 Umgang mit Datenträgern
  • A.8.24 Einsatz von Kryptographie
  • A.8.29 Sicherheit in der Entwicklung

ISO/IEC 27001:2022 dient als Kontrollanker und Management-System-Referenz. Die Verbindung zu ISO 27001 unterstützt integrierte Resilienz- und Sicherheitsprogramme.

Reifegrad

  1. 1 Initial

    Ad-hoc-Ansätze, keine formalen Prozesse

  2. 2 Defined

    Formale Prozesse definiert, aber nicht durchgängig umgesetzt

  3. 3 Implemented

    Prozesse vollständig umgesetzt und dokumentiert

  4. 4 Monitored

    Prozesse werden überwacht und gemessen

  5. 5 Optimized

    Kontinuierliche Verbesserung und Anpassung