Mandat und Governance
Geltungsbereich, verantwortliche Funktion, unabhängige Durchführung, Freigaben und Berichtswege nachvollziehbar festlegen.
Erwarteter Nachweis:
Mandat, RACI, Freigabeprotokoll
DORA · Art. 24–27
Vom Testuniversum über die risikobasierte Planung bis zum belastbaren Retest: ein Arbeitsrahmen für nachvollziehbare Entscheidungen, Evidence und Managementsteuerung.
Hinweis: Diese Seite stellt eine Arbeitsmethodik und regulatorische Referenz bereit. Sie bewertet weder den Umsetzungsstand noch die Wirksamkeit von Kontrollen eines Instituts.
Programmziel
Schwächen erkennen, beheben und aus Testergebnissen nachweisbar lernen.
Pflichtabdeckung
Mindestens jährliche angemessene Tests für Systeme und Anwendungen, die kwF unterstützen.
Entscheidungsprinzip
Testauswahl und Frequenz sind risikobasiert zu begründen, nicht aus einer starren Universalmatrix abzulesen.
Arbeitsablauf
Ein Test gilt nicht allein durch seine Durchführung als abgeschlossen. Scope, Ergebnis, Remediation und Entscheidung bleiben miteinander verknüpft.
Geltungsbereich, verantwortliche Funktion, unabhängige Durchführung, Freigaben und Berichtswege nachvollziehbar festlegen.
Erwarteter Nachweis:
Mandat, RACI, Freigabeprotokoll
IKT-Systeme und Anwendungen mit Funktionen, Informationswerten, Services und relevanten IKT-Drittdienstleistern verknüpfen.
Erwarteter Nachweis:
Scope- und Abdeckungsmatrix
Testart, Tiefe und Frequenz aus Kritikalität, Bedrohungslage, Änderungen, Vorfällen, Findings und Proportionalität herleiten.
Erwarteter Nachweis:
Begründete Testentscheidung
Ziele, Regeln, Testdaten, Umgebungen, Abbruchkriterien und Wiederanlauf vor der Durchführung verbindlich dokumentieren.
Erwarteter Nachweis:
Testplan und Durchführungsnachweis
Abweichungen klassifizieren, Verantwortliche und Fristen festlegen und Auswirkungen auf kritische oder wichtige Funktionen bewerten.
Erwarteter Nachweis:
Ergebnisbericht und Finding-Verknüpfung
Behebung nachverfolgen und den Abschluss erst nach dokumentierter Validierung oder begründeter Risikoentscheidung freigeben.
Erwarteter Nachweis:
Retest oder Risikoakzeptanz
Ergebnisse in IKT-Risikomanagementrahmen, Kontrollen, Schulungen, Szenarien und das nächste Testprogramm zurückführen.
Erwarteter Nachweis:
Managemententscheidung und Folgeplanung
Art. 25 Abs. 1
DORA nennt diese Ansätze beispielhaft. Das Institut wählt daraus angemessene Tests und dokumentiert, warum sie für Scope, Risiko und Proportionalität geeignet sind. TLPT ist davon getrennt nach Art. 26 und 27 zu behandeln.
Bekannte technische Schwächen und exponierte Komponenten identifizieren.
Öffentlich zugängliche Informationen und potenzielle Exponierung strukturiert bewerten.
Segmentierung, Angriffsflächen und Schutzmechanismen des Netzes prüfen.
Sollvorgaben gegen den nachvollziehbar erhobenen Ist-Zustand abgleichen.
Physische Zugänge und Umgebungsbedingungen in den IKT-Scope einbeziehen.
Standardisierte Erhebungen und technische Prüfungen angemessen kombinieren.
Sicherheitsrelevante Implementierungsfehler risikobasiert untersuchen.
Reaktion und Wiederherstellung anhand plausibler Störungsbilder erproben.
Sichere Zusammenarbeit abhängiger Komponenten und Änderungen validieren.
Verhalten unter erwarteter und erhöhter Last nachvollziehbar prüfen.
Kritische Prozessketten über Systeme und Dienstleister hinweg testen.
Ausnutzbarkeit ausgewählter Schwachstellen kontrolliert untersuchen.
Planungslogik
Für IKT-Systeme und Anwendungen, die kritische oder wichtige Funktionen unterstützen, sind mindestens jährlich angemessene Tests sicherzustellen.
Wesentliche Änderungen an Architektur, Anwendung, Infrastruktur, Prozess oder Dienstleister lösen eine dokumentierte Neubewertung aus.
Neue Bedrohungen, Schwachstellen, Vorfälle, Kontrollmängel oder überfällige Findings können Tiefe und Frequenz erhöhen.
Art, Umfang und Häufigkeit werden nach Größe, Gesamtrisikoprofil sowie Art, Umfang und Komplexität der Dienste begründet.
Der Dreijahreszeitraum gehört grundsätzlich zum TLPT-Rhythmus für ausgewählte Finanzunternehmen. Er ersetzt weder die risikobasierte Planung noch die jährliche Mindestabdeckung der kwF-unterstützenden Systeme und Anwendungen.
Target Operating Model
Die konkrete Aufbauorganisation bleibt institutsspezifisch. Entscheidend sind dokumentierte Verantwortlichkeiten, wirksame Challenge und eine Trennung zwischen Durchführung, Risikoentscheidung und unabhängiger Prüfung.
| Rolle | Kernverantwortung | Professionelle Challenge |
|---|---|---|
| Leitungsorgan | Rahmen, Risikotoleranz und wesentliche Restrisikoentscheidungen | Sind Scope, Ressourcen und offene Risiken entscheidungsreif dargestellt? |
| Programmverantwortung | Testuniversum, Mehrjahresplanung, Abdeckung und Eskalation | Ist jede Auswahl oder Nichtauswahl risikobasiert begründet? |
| Funktionseigentümer | Geschäftliche Kritikalität, Auswirkungen und Akzeptanzkriterien | Prüft das Szenario die tatsächlich erbrachte kritische oder wichtige Funktion? |
| IKT- und Asset-Verantwortung | Technischer Scope, Abhängigkeiten, sichere Durchführung und Remediation | Sind Produktionsrisiken, Testdaten und Wiederanlauf beherrscht? |
| Unabhängige Testfunktion | Methodengerechte Durchführung, Ergebnisqualität und Interessenkonflikte | Sind Tester ausreichend unabhängig, qualifiziert und frei von Selbstprüfung? |
| Risikocontrolling / zweite Linie | Methoden-Challenge, Aggregation und Nachverfolgung wesentlicher Risiken | Sind Proportionalität, Ausnahmen und Restrisiken nachvollziehbar? |
| Interne Revision | Unabhängige Prüfung von Governance und Funktionsfähigkeit des Rahmens | Ist die Prüfungsrolle klar von operativer Freigabe und Durchführung getrennt? |
Annual Planning · Rolling Execution
Ein freigegebener Jahresplan ist eine Baseline, kein statischer Endzustand. Änderungen, Vorfälle, Bedrohungen und Findings müssen den Testplan während des Jahres nachvollziehbar verändern können.
kwF, IKT-Assets, Anwendungen, Services, Provider, Risiken, Vorfälle, Änderungen und offene Findings zusammenführen.
Pflichtabdeckung, Testmix, Ausnahmen, Kapazität, Abhängigkeiten und Konzentrationsrisiken fachlich challengen.
Scope, Prioritäten, Ressourcen, Unabhängigkeit, Eskalationswege und Managementinformation entscheiden.
Tests durchführen, Evidence sichern, Findings verknüpfen und Ereignis-Trigger laufend auf den Plan anwenden.
Abdeckung, Planabweichungen, überfällige Maßnahmen und neue Risikosignale mit dokumentierter Entscheidung überprüfen.
Erkenntnisse, Restrisiken und Programmverbesserungen an das Leitungsorgan sowie in den nächsten Zyklus übergeben.
Audit Trail
Der Record verbindet regulatorischen Scope, fachliche Entscheidung, technische Durchführung, Evidence und Abschluss. Bestehende CMDB-, ITSM-, Risiko- und Dokumentensysteme bleiben führend; die Plattform referenziert deren Identitäten und Nachweise.
Programm-ID, Test-ID, Version, Status, Berichtsperiode und Mandant
kwF, Prozess, Service, Informationswert, Asset, Anwendung, Provider und begründete Ausschlüsse
Testziel, Testansatz, Frequenz, Risikotreiber, Proportionalität und Entscheider
Tester, Unabhängigkeit, Umgebung, Testdaten, Regeln, Zeitraum und Abbruchkriterien
Akzeptanzkriterien, tatsächliches Ergebnis, Evidence-Referenzen, Findings und Auswirkung auf kwF
Maßnahme, Verantwortlicher, Zieldatum, Retest, Restrisikoentscheidung, Freigabe und Zeitstempel
Freigabepaket
| Entscheidung | Mindestinhalt | Freigabekriterium |
|---|---|---|
| Scope | kwF, Systeme, Anwendungen, Abhängigkeiten und Ausschlüsse | Vollständig und fachlich bestätigt |
| Testauswahl | Ziel, Methode, Tiefe, Frequenz und Risikobegründung | Proportional und nachvollziehbar |
| Durchführung | Rollen, Unabhängigkeit, Umgebung, Testdaten und Schutzmaßnahmen | Konflikte und Betriebsrisiken adressiert |
| Ergebnisse | Evidence, Findings, Ursachen, Auswirkungen und Maßnahmen | Quellen und Verantwortliche zugeordnet |
| Abschluss | Retest, Restrisikoentscheidung und Managementinformation | Offene Punkte transparent entschieden |
Management Information
Anteil der kwF-unterstützenden Systeme und Anwendungen mit freigegebener, fälliger Testentscheidung.
Aussagegrenze: Belegt Planung und Abdeckung, nicht Kontrollwirksamkeit.
Fällige Tests: planmäßig abgeschlossen, begründet verschoben, überfällig oder blockiert.
Aussagegrenze: Verschiebungen bleiben separat sichtbar und werden nicht als erfüllt gezählt.
Offene Findings nach Kritikalität, kwF-Bezug, Alter, Zieldatum und Retest-Status.
Aussagegrenze: Netto-Risiko nur bei dokumentierter und überprüfter Kontrollwirksamkeit.
Anteil vollständiger Scope-, Frequenz-, Ausnahme- und Restrisikoentscheidungen mit Akteur und Zeitstempel.
Aussagegrenze: Misst Nachvollziehbarkeit, nicht regulatorische Konformität.
Advanced Testing
TLPT ist nicht die zwölfte Standardtestart nach Art. 25. Der erweiterte Test nach Art. 26 und 27 betrifft von der zuständigen Behörde identifizierte Finanzunternehmen und verlangt einen eigenen Scope, Threat Intelligence, unabhängige Tester, Kontrollteam, Remediation und Abschlussbescheinigung.
Zum TLPT-Arbeitsrahmen