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Vorfallbehandlung

Incident-Klassifizierungsstufen, Reaktionslebenszyklus von Erkennung bis Post-Mortem, Kommunikationsmatrix, Eskalationswege und Meldepflichten.

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Hinweis: Diese Seite ist eine Umsetzungshilfe und ersetzt keine Rechtsberatung oder verbindliche aufsichtsrechtliche Auslegung.

Management-Zusammenfassung

  • Incidents werden nach einem dreistufigen Klassifizierungsmodell kategorisiert (kritisch, hoch, mittel).
  • Der Reaktionsprozess durchläuft die Phasen Detect – Triage – Contain – Eradicate – Recover – Post-Mortem.
  • Eine standardisierte Kommunikationsmatrix definiert, wer wann über welche Kanäle informiert wird.
  • Eskalationswege sind dokumentiert und werden regelmäßig im Incident-Response-Team geübt.

Klassifizierungsstufen

  • Kritisch (P1): Ausfall geschäftskritischer Systeme, Datenverlust, aktive Sicherheitsverletzung. Reaktion: sofort, 24/7.
  • Hoch (P2): Eingeschränkte Funktionalität, potenzielle Sicherheitslücke, Datenintegritätsproblem. Reaktion: innerhalb 4 Stunden.
  • Mittel (P3): Nicht-kritische Störung, einzelner Benutzer betroffen, kosmetischer Fehler. Reaktion: innerhalb 24 Stunden.
  • Niedrig (P4): Anfrage, Verbesserungsvorschlag, Dokumentationsänderung. Reaktion: innerhalb 5 Werktage.

Post-Mortem-Prozess

  • Jeder kritische Incident durchläuft eine strukturierte Post-Mortem-Analyse innerhalb von 5 Werktagen.
  • Die Analyse dokumentiert Ursache, Erkennungszeit, Reaktionszeit, Lernergebnisse und Maßnahmen.
  • Lessons Learned werden in das Sicherheitsprogramm und die Incident-Response-Playbooks zurückgespielt.
  • Ein jährlicher Übungsdurchlauf (Tabletop Exercise) überprüft die Wirksamkeit des gesamten Prozesses.

ISO 27001 Verbindung

ISO/IEC 27001:2022 definiert die Anforderungen an Incident-Management-Prozesse zur frühzeitigen Erkennung und wirksamen Reaktion.

  • A.5.24 – Incident-Management: Planung, Vorbereitung, Reaktion und Nachbereitung
  • A.5.25 – Beurteilung von Informationssicherheitsvorfällen und Entscheidungen
  • A.5.26 – Reaktion auf Informationssicherheitsvorfälle
  • A.5.27 – Erkenntnisse aus Informationssicherheitsvorfällen

ISO/IEC 27001:2022 dient als Kontrollanker und Management-System-Referenz. Die Verbindung zu ISO 27001 unterstützt integrierte Resilienz- und Sicherheitsprogramme.

ISO 27001 Verbindung

Vorfallbehandlung ist ein Kernprozess der DORA-Anforderungen an Reaktion und Wiederherstellung.

  • DORA Artikel 11 – Reaktion und Wiederherstellung
  • DORA Artikel 17 – Meldung schwerwiegender IKT-Vorfälle
  • DORA Artikel 18 – Meldung wesentlicher IKT-Vorfälle
  • MaRisk AT 7.2 – Notfallmanagement
  • MaRisk BT 3 – Notfallmanagement

ISO/IEC 27001:2022 dient als Kontrollanker und Management-System-Referenz. Die Verbindung zu ISO 27001 unterstützt integrierte Resilienz- und Sicherheitsprogramme.

Reifegrad

  1. 1 Initial

    Ad-hoc-Ansätze, keine formalen Prozesse

  2. 2 Defined

    Formale Prozesse definiert, aber nicht durchgängig umgesetzt

  3. 3 Implemented

    Prozesse vollständig umgesetzt und dokumentiert

  4. 4 Monitored

    Prozesse werden überwacht und gemessen

  5. 5 Optimized

    Kontinuierliche Verbesserung und Anpassung