Mapping
DORA to MaRisk: Article-Level Mapping.
Which DORA article addresses which MaRisk AT/BT module? This mapping table shows cross-references between both regulatory frameworks for integrated compliance and risk management practice.
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Hinweis: Dieses Mapping basiert auf öffentlich zugänglichen Quellen und eigener Analyse. Die 10. MaRisk (9. Novelle) (Konsultation 2026) wird voraussichtlich zu Änderungen in AT 7.2 (IKT) führen, da DORA verstärkt als primäre Norm wirkt. Verbindlich sind die aktuellen Fassungen von DORA-Verordnung und MaRisk-Rundschreiben.
Management-Zusammenfassung
- DORA und MaRisk adressieren sich überschneidende Themenfelder im IKT-Risikomanagement mit unterschiedlicher Regelungstiefe.
- MaRisk AT 4.3 und AT 7 bilden die zentralen Anknüpfungspunkte für DORA-Kapitel II (IKT-Risikomanagement).
- Auslagerungen (AT 9) und Informationsregister (AT 12) decken DORA-Drittparteienanforderungen ab.
- Resilienztests und TLPT sind neuartige DORA-Anforderungen ohne direktes MaRisk-Äquivalent.
| DORA | Titel | MaRisk-Module | Nachweisfokus | Priorität |
|---|---|---|---|---|
| Art. 5 |
Governance und Organisation
Leitungsorganverantwortung für IKT-Risikomanagement mit klaren Rollen, Entscheidungswegen und Eskalationspfaden gemäß Three-Lines-Modell. |
AT 4.3.1
AT 4.4.1
AT 4.4.4
|
Organigramm, RACI-Matrix, Geschäftsverteilungsplan, Sitzungsprotokolle | Basis |
| Art. 6 |
IKT-Risikomanagementrahmen
Ganzheitliches Risikomanagementrahmenwerk für IKT-Risiken mit Identifikation, Bewertung, Steuerung und Überwachung inklusive Risikoappetit und -toleranzen. |
AT 4.3.1
AT 4.3.2
AT 4.3.3
AT 7.2
|
Risikomanagementrichtlinie, Risikoinventar, Risikomatrix, Eskalationsprotokolle | Basis |
| Art. 7 |
Identifizierung
Systematische Identifikation von IKT-Risiken einschließlich Schutzbedarfsfeststellung und Klassifizierung kritischer Prozesse und Ressourcen. |
AT 4.3.2
AT 7.2
|
Risikoinventar, Schutzbedarfsfeststellung, Klassifizierungsmatrix | Basis |
| Art. 8 |
Schutz- und Präventionsmaßnahmen
Implementierung technischer und organisatorischer Maßnahmen zum Schutz von Netzwerken, Systemen und Daten auf Basis der Schutzbedarfsklassifizierung. |
AT 7.2
BT 3.1
|
Sicherheitskonzept, Maßnahmenkatalog, Konfigurationsstandards, Kontrollnachweise | Basis |
| Art. 9 |
Detektion
Einrichtung von Überwachungs- und Frühwarnsystemen zur zeitnahen Erkennung anomaler Aktivitäten und Sicherheitsvorfälle. |
AT 7.2
|
Monitoring-Konzept, SIEM-Dokumentation, Alarmierungsketten, Detektionszeit-Nachweise | Gestaltet |
| Art. 10 |
Reaktion und Wiederherstellung
Notfallmanagement mit definierten Reaktions-, Wiederherstellungs- und Eskalationsprozessen für IKT-Vorfälle aller Schweregrade. |
AT 7.3
BT 3.1
|
Notfallhandbuch, Wiederherstellungspläne, Business-Impact-Analyse, Übungsnachweise | Basis |
| Art. 11 |
BCM – Business Continuity Management
Business Continuity Management für IKT-Ausfallszenarien mit definierten Wiederherstellungszeiten (RTO/RPO) und regelmäßigen Übungen. |
AT 7.3
|
BCM-Richtlinie, BIA-Dokumentation, Übungspläne und -ergebnisse, RTO-RPO-Matrix | Basis |
| Art. 12 |
Lessons Learned
Systematische Aufbereitung von Vorfällen und Tests mit Ursachenanalyse, Maßnahmenableitung und Nachverfolgung bis zur Wirksamkeit. |
AT 4.5
|
Lessons-Learned-Berichte, Maßnahmentracker, Wirksamkeitsnachweise | Gestaltet |
| Art. 13 |
Statistische Auswertung
Erfassung und Auswertung von IKT-Vorfallsdaten für Trendanalysen, Risikoberichterstattung und Steuerungsinformationen. |
BT 3.1
|
Vorfallsstatistik, Trendberichte, KRI-Monitoring | Fortgeschritten |
| Art. 14 |
Vorfallsklassifizierung
Standardisierte Klassifizierung von IKT-Vorfällen nach Schweregrad, Auswirkung und Meldefristen mit festgelegten Eskalationsstufen. |
AT 7.3
|
Klassifizierungsmatrix, Eskalationsrichtlinie, Vorfallsprotokolle | Basis |
| Art. 15–16 |
Meldepflichten für IKT-Vorfälle
Meldepflicht schwerwiegender IKT-Vorfälle an die zuständige Aufsicht mit definierten Fristen (Erstmeldung, Zwischenmeldung, Abschlussmeldung). |
AT 7.3
|
Meldeformulare, Meldeberichte, Fristenkontrollen, Meldehub-Zugang | Basis |
| Art. 18 |
Zentrale Anlaufstelle
Einrichtung einer zentralen Kontaktstelle für aufsichtliche Meldungen von IKT-Vorfällen mit definierten Vertretungsregelungen. |
BT 1.4
|
Kontaktstellendokumentation, Vertretungsregelung, Erreichbarkeitsnachweise | Gestaltet |
| Art. 24–25 |
Resilienztestprogramm
Risikobasiertes Testprogramm mit 12 Testarten in rollierendem 3-Jahres-Rhythmus. MaRisk 9. Novelle streicht AT 7.2 weitgehend – IKT-Tests primär durch DORA geregelt. |
AT 7.2 (eingeschränkt)
neu in 9. Novelle
|
Testprogramm, Testkalender, Testberichte, Abdeckungsmatrix | Fortgeschritten |
| Art. 26 |
TLPT – Threat-Led Penetration Testing
Bedrohungsgeleiteter Penetrationstest für bedeutende Institute auf Basis TIBER-EU. Kein direktes MaRisk-Äquivalent – ergänzende Anforderung unter DORA. |
neu (kein Vorbild in MaRisk AT 7)
|
TLPT-Scope-Dokument, RoE, Tester-CV, Testergebnisse, Abstellungsplan | Fortgeschritten |
| Art. 27 |
Vertragspflichten für IKT-Drittdienstleister
Vertragliche Mindestanforderungen für IKT-Drittparteien: Sicherheitsziele, Leistungsniveaus, Prüfrechte, Kündigungsrechte und Standortbeschränkungen. |
AT 9 (Auslagerung)
BT 2 (Auslagerung)
|
Vertragsvorlage, SLA-Dokumentation, Prüfrechteklauseln, Auslagerungsverzeichnis | Basis |
| Art. 28 |
Informationsregister
Jährliche Registermeldung aller IKT-Drittparteienbeziehungen mit Vertragsinformationen, Schutzbedarf und Unterauftragnehmern. |
AT 12
|
Registerdaten, Datenqualitätsnachweise, Einreichungsbestätigung, Verantwortlichkeitsmatrix | Basis |
| Art. 29 |
Prüfrechte
Prüfrechte und Zugangsrechte für interne und externe Prüfer zu IKT-Drittdienstleistern inklusive Vor-Ort-Prüfungen und Remedy-Fristen. |
AT 9
|
Prüfberichte, Remedy-Nachweise, Zugangsdokumentation | Gestaltet |
| Art. 30 |
Konzentrationsrisiko
Identifikation und Steuerung von Klumpenrisiken bei IKT-Drittdienstleistern auf Einzelinstituts- und Gruppenebene. |
AT 9
|
Konzentrationsanalyse, Exit-Pläne, Diversifikationsstrategie | Gestaltet |
| Art. 31 |
Unterauftragnehmer
Vertragliche Regelungen für Unterauftragnehmerketten einschließlich Zustimmungspflichten, Informationsrechten und durchgängiger Sicherheitsstandards. |
AT 9
|
Unterauftragnehmerverzeichnis, Vertragsklauseln, Genehmigungsnachweise | Gestaltet |
| Art. 32–35 |
Verwaltungspraxis und Überwachung
Interne Kontrollen, regelmäßige Wirksamkeitsprüfungen und Berichterstattung an das Leitungsorgan für das gesamte IKT-Risikomanagement. |
AT 4.4.2
AT 4.4.4
|
Kontrollkatalog, Prüfungsberichte, Management-Reports, Wirksamkeitsnachweise | Gestaltet |
Legende
- Basis: Fundamentale Anforderungen — sofort umsetzungsrelevant für alle Institute.
- Gestaltet: Strukturierte Prozesse mit dokumentierten Verfahren und Wirksamkeitskontrollen.
- Fortgeschritten: Erweiterte Anforderungen für bedeutende Institute oder spezifische Risikoprofile.
Auswirkungen der 10. MaRisk (9. Novelle)
Die 10. MaRisk (9. Novelle) (Konsultationsentwurf 2026) sieht eine grundlegende Überarbeitung des AT 7.2 (IKT-Risiken) vor. Kernänderung: IKT-Risikomanagement wird primär durch DORA adressiert, MaRisk AT 7.2 wird deutlich gestrafft. Institute sollten ihre DORA-Compliance als primären Referenzrahmen aufbauen und MaRisk-Mappings als sekundäre Zuordnung führen. Die finale Novelle wird für H2 2026 erwartet.