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Mapping

DORA ↔ MaRisk: Artikelfeine Zuordnung.

Welcher DORA-Artikel adressiert welches MaRisk AT/BT-Modul? Diese Mapping-Tabelle zeigt die Querbezüge zwischen beiden Regelwerken für eine integrierte Compliance- und Risikomanagement-Praxis.

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Hinweis: Dieses Mapping basiert auf öffentlich zugänglichen Quellen und eigener Analyse. Die 10. MaRisk (9. Novelle) (final — Rundschreiben 06/2026) führt zu Änderungen in AT 7.2 (IKT), da DORA verstärkt als primäre Norm wirkt. Verbindlich sind die aktuellen Fassungen von DORA-Verordnung und MaRisk-Rundschreiben.

Management-Zusammenfassung

  • DORA und MaRisk adressieren sich überschneidende Themenfelder im IKT-Risikomanagement mit unterschiedlicher Regelungstiefe.
  • MaRisk AT 4.3 und AT 7 bilden die zentralen Anknüpfungspunkte für DORA-Kapitel II (IKT-Risikomanagement).
  • Auslagerungen (AT 9) und Informationsregister (AT 12) decken DORA-Drittparteienanforderungen ab.
  • Resilienztests und TLPT sind neuartige DORA-Anforderungen ohne direktes MaRisk-Äquivalent.
DORA Titel Priorität
Art. 5 Governance und Organisation

Leitungsorganverantwortung für IKT-Risikomanagement mit klaren Rollen, Entscheidungswegen und Eskalationspfaden gemäß Three-Lines-Modell. Ergänzend EBA/GL/2021/05 (Internal Governance) für Organisationsstruktur, Schlüsselfunktionen und Vergütung.

Basis
Art. 6 IKT-Risikomanagementrahmen

Ganzheitliches Risikomanagementrahmenwerk für IKT-Risiken mit Identifikation, Bewertung, Steuerung und Überwachung inklusive Risikoappetit und -toleranzen. AT 7.2 in der 9. Novelle gestrichen – DORA Kapitel II übernimmt. ESG-Szenarioanalyse nach EBA/GL/2025/04 über AT 4.3.3 integriert.

Basis
Art. 7 Identifizierung

Systematische Identifikation von IKT-Risiken einschließlich Schutzbedarfsfeststellung und Klassifizierung kritischer Prozesse und Ressourcen. AT 7.2 in der 9. Novelle gestrichen – Identifizierungsanforderungen durch DORA Art. 7 direkt geregelt.

Basis
Art. 8 Schutz- und Präventionsmaßnahmen

Implementierung technischer und organisatorischer Maßnahmen zum Schutz von Netzwerken, Systemen und Daten auf Basis der Schutzbedarfsklassifizierung. AT 7.2 in der 9. Novelle nahezu vollständig gestrichen – Schutzmassnahmen werden direkt durch DORA Art. 8 adressiert.

Basis
Art. 9 Detektion

Einrichtung von Überwachungs- und Frühwarnsystemen zur zeitnahen Erkennung anomaler Aktivitäten und Sicherheitsvorfälle. AT 7.2 in der 9. Novelle gestrichen – Detektion primär durch DORA Art. 9; Notfallmanagement-Komponenten in BT 3.3 konsolidiert.

Gestaltet
Art. 10 Reaktion und Wiederherstellung

Notfallmanagement mit definierten Reaktions-, Wiederherstellungs- und Eskalationsprozessen für IKT-Vorfälle aller Schweregrade. BT 3.3 als neues BCM/Notfallmanagement-Modul der 9. Novelle hinzugefügt.

Basis
Art. 11 BCM – Business Continuity Management

Business Continuity Management für IKT-Ausfallszenarien mit definierten Wiederherstellungszeiten (RTO/RPO) und regelmäßigen Übungen. BT 3.3 konsolidiert die BCM-Anforderungen der 9. Novelle (ehemals AT 7.2).

Basis
Art. 12 Lessons Learned

Systematische Aufbereitung von Vorfällen und Tests mit Ursachenanalyse, Maßnahmenableitung und Nachverfolgung bis zur Wirksamkeit.

Gestaltet
Art. 13 Statistische Auswertung

Erfassung und Auswertung von IKT-Vorfallsdaten für Trendanalysen, Risikoberichterstattung und Steuerungsinformationen.

Fortgeschritten
Art. 14 Vorfallsklassifizierung

Standardisierte Klassifizierung von IKT-Vorfällen nach Schweregrad, Auswirkung und Meldefristen mit festgelegten Eskalationsstufen.

Basis
Art. 15–16 Meldepflichten für IKT-Vorfälle

Meldepflicht schwerwiegender IKT-Vorfälle an die zuständige Aufsicht mit definierten Fristen (Erstmeldung, Zwischenmeldung, Abschlussmeldung).

Basis
Art. 18 Zentrale Anlaufstelle

Einrichtung einer zentralen Kontaktstelle für aufsichtliche Meldungen von IKT-Vorfällen mit definierten Vertretungsregelungen.

Gestaltet
Art. 24–25 Resilienztestprogramm

Risikobasiertes Testprogramm mit 12 Testarten in rollierendem 3-Jahres-Rhythmus. Die 9. Novelle streicht AT 7.2 – IKT-Tests sind primär durch DORA geregelt. BCM-Testkomponenten in BT 3.3 konsolidiert.

Fortgeschritten
Art. 26 TLPT – Threat-Led Penetration Testing

Bedrohungsgeleiteter Penetrationstest für bedeutende Institute auf Basis TIBER-EU. Kein direktes MaRisk-Äquivalent – ergänzende Anforderung unter DORA.

Fortgeschritten
Art. 27 Vertragspflichten für IKT-Drittdienstleister

Vertragliche Mindestanforderungen für IKT-Drittparteien: Sicherheitsziele, Leistungsniveaus, Prüfrechte, Kündigungsrechte und Standortbeschränkungen. 9. Novelle verschärft Auslagerungsanforderungen und führt BT 4 ein.

Basis
Art. 28 Informationsregister

Jährliche Registermeldung aller IKT-Drittparteienbeziehungen mit Vertragsinformationen, Schutzbedarf und Unterauftragnehmern.

Basis
Art. 29 Prüfrechte

Prüfrechte und Zugangsrechte für interne und externe Prüfer zu IKT-Drittdienstleistern inklusive Vor-Ort-Prüfungen und Remedy-Fristen.

Gestaltet
Art. 30 Konzentrationsrisiko

Identifikation und Steuerung von Klumpenrisiken bei IKT-Drittdienstleistern auf Einzelinstituts- und Gruppenebene.

Gestaltet
Art. 31 Unterauftragnehmer

Vertragliche Regelungen für Unterauftragnehmerketten einschließlich Zustimmungspflichten, Informationsrechten und durchgängiger Sicherheitsstandards.

Gestaltet
Art. 32–35 Verwaltungspraxis und Überwachung

Interne Kontrollen, regelmäßige Wirksamkeitsprüfungen und Berichterstattung an das Leitungsorgan für das gesamte IKT-Risikomanagement.

Gestaltet
Art. 5–6 (proportional) Proportionalität und Institutsklassifizierung (9. Novelle)

9. Novelle führt eine dreistufige Institutsklassifizierung (sehr klein, klein, mittel/groß) mit abgestuften Anforderungen ein. SIs (EZB-beaufsichtigt) komplett aus MaRisk-Anwendungsbereich genommen. DORA-Proportionalität nach Art. 4 i.V.m. der neuen MaRisk-Klassifizierung.

Basis
Art. 6 (erweitert) ESG-Szenarioanalyse (9. Novelle)

9. Novelle integriert ESG-Szenarioanalysen mit 10-Jahres-Horizont als neue Anforderung in AT 4.3.3 (EBA/GL/2025/04). DORA-relevante Schnittstelle: IKT-Risikobewertung unter ESG-Stressszenarien.

Gestaltet

Legende

  • Basis: Fundamentale Anforderungen — sofort umsetzungsrelevant für alle Institute.
  • Gestaltet: Strukturierte Prozesse mit dokumentierten Verfahren und Wirksamkeitskontrollen.
  • Fortgeschritten: Erweiterte Anforderungen für bedeutende Institute oder spezifische Risikoprofile.

Auswirkungen der 10. MaRisk (9. Novelle)

Die 10. MaRisk (9. Novelle) (final — Rundschreiben 06/2026) sieht eine grundlegende Überarbeitung des AT 7.2 (IKT-Risiken) vor. Kernänderung: IKT-Risikomanagement wird primär durch DORA adressiert, MaRisk AT 7.2 wird deutlich gestrafft. Institute sollten ihre DORA-Compliance als primären Referenzrahmen aufbauen und MaRisk-Mappings als sekundäre Zuordnung führen. Die finale Novelle wurde am 30.06.2026 als Rundschreiben 06/2026 veröffentlicht.