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DORA Kapitel II

IKT-Risikomanagement als steuerbares Rahmenwerk.

IKT-Risikomanagement sollte als durchgängiges System aus Governance, Risikoanalyse, Schutzmaßnahmen, Überwachung, Nachweisen und Management-Reporting umgesetzt werden.

IKT-Risikosteuerung

Vom Risiko zur wirksamen Kontrolle und Evidence

Alle Sollmaßnahmen →

Disclaimer: Diese Seite stellt eine originäre Zusammenstellung praktischer Umsetzungshinweise für DORA IKT-Risikomanagement dar. Sie dient ausschließlich der internen Strukturierung und Planung und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Rechtsverbindlichkeit. Es wird keine Rechtsberatung angeboten.

DORA Kapitel II

Steuerungsdomänen der Art. 5–16

Die Artikel bilden einen geschlossenen Regelkreis von Governance und Identifikation über Schutz und Erkennung bis zu Wiederherstellung, Lernen und Kommunikation.

Art. 5–6

Governance und Rahmenwerk

Leitungsorgan, Rollen, Resilienzstrategie, Review und interne Revision.

Art. 7–8

Systeme und Identifikation

Geeignete IKT-Systeme, Funktionen, Assets, Abhängigkeiten, Bedrohungen und Risikobewertung.

Art. 9–10

Schutz und Erkennung

Risikobasierte Schutzmaßnahmen, Überwachung, Anomalieerkennung und Warnschwellen.

Art. 11–12

Reaktion und Wiederherstellung

Kontinuität, Reaktion, Wiederanlauf, Backup, Wiederherstellung und Integritätsprüfungen.

Art. 13–14

Lernen und Kommunikation

Post-Incident-Lernen, Schulungen, Verbesserungen sowie interne und externe Kommunikation.

Art. 15–16

Harmonisierung und Vereinfachung

RTS-gestützte Methoden und der vereinfachte Rahmen für berechtigte kleine Finanzunternehmen.

Entscheidungsorientierter Regelkreis

Vom regulatorischen Auftrag zur belastbaren Risikoentscheidung

Die Schritte sind ein Arbeitsmuster. Sie belegen weder Vollständigkeit noch Wirksamkeit eines institutsindividuellen IKT-Risikomanagementrahmens.

01

DORA-Anker

Art. 5–6

Entscheidung

Mandat und Risikorahmen

Welche Rechtsträger, Funktionen, Toleranzen und Eskalationsgrenzen umfasst der Rahmen?

Arbeitsprodukt

Freigegebener Rahmen mit Scope, Rollen, Risikoappetit und Reviewzyklus

Abschlusskriterium

Leitungsorgan hat Annahmen, Ausnahmen und Ressourcenentscheidung nachvollziehbar beschlossen

02

DORA-Anker

Art. 7–8

Entscheidung

Inventar und Abhängigkeiten

Welche Informations- und IKT-Assets unterstützen kritische oder wichtige Funktionen?

Arbeitsprodukt

Versionierte Asset-, Prozess- und Abhängigkeitsbasis mit Owner und Schutzbedarf

Abschlusskriterium

Vollständigkeitsabgleich, Datenherkunft und Stichtag sind dokumentiert

03

DORA-Anker

Art. 6, 9–10

Entscheidung

Risiko und Behandlung

Welche Szenarien überschreiten die Toleranz und welche Kontrollen reduzieren das Risiko prüfbar?

Arbeitsprodukt

Bewertung mit Szenario, inhärentem Risiko, Kontrolle, Restrisiko und Behandlung

Abschlusskriterium

Kontroll-Owner, Wirksamkeitsnachweis, Frist und Risikoentscheidung sind vorhanden

04

DORA-Anker

Art. 11–12

Entscheidung

Reaktion und Wiederherstellung

Welche Wiederanlaufziele, Datenstände und Integritätskriterien gelten je Funktion?

Arbeitsprodukt

Abgestimmte Reaktions-, Backup- und Wiederherstellungsanforderungen

Abschlusskriterium

Ziele sind getestet; Abweichungen und akzeptierte Restunsicherheit sind entschieden

05

DORA-Anker

Art. 13–14

Entscheidung

Lernen und Kommunikation

Welche Erkenntnis verändert Risikoannahme, Kontrolle, Schulung oder Kommunikation?

Arbeitsprodukt

Nachverfolgte Verbesserungsentscheidung mit Ursache, Wirkung und Adressaten

Abschlusskriterium

Änderung ist umgesetzt, evidenziert und im nächsten Review berücksichtigt

Nachvollziehbare Datenbasis

Mindestdatenvertrag für Risiko, Kontrolle und Entscheidung

Die Plattform verbindet Arbeitsobjekte und Nachweise. Führende Stammdaten und operative Transaktionen verbleiben in den dafür verantworteten Quellsystemen.

Objekt

Kontext und Scope

Mindestinhalt

Rechtsträger, Funktion, Prozess, Service, Kritikalität, Datenquelle und Stichtag

Führende Quelle

Unternehmens-, Prozess- und Serviceverzeichnis

Freigabe

Fachbereich und verantwortete Governance

Objekt

Risikoszenario

Mindestinhalt

Auslöser, Bedrohung, Schwachstelle, betroffene Assets, Auswirkung, Wahrscheinlichkeit und Bewertungsmethode

Führende Quelle

Risikoinventar und fachlich belegte Szenarioanalyse

Freigabe

IKT-Risikofunktion

Objekt

Kontrolle und Test

Mindestinhalt

Kontrollziel, Ausgestaltung, Frequenz, Owner, Testmethode, Ergebnis, Ausnahme und Nachweisreferenz

Führende Quelle

Kontrollbibliothek, Testwerkzeug und Evidence-Ablage

Freigabe

Kontroll-Owner und unabhängige Review-Funktion

Objekt

Behandlung und Restrisiko

Mindestinhalt

Option, Maßnahme, Frist, Verantwortlicher, Zielrisiko, Restrisiko, Begründung und Entscheidung

Führende Quelle

Risikobehandlung und Maßnahmenverfolgung

Freigabe

Kompetenzgerechter Risikoentscheider

Kontrollbetrieb

Steuerungskadenz mit ereignisbezogener Neubewertung

Die konkrete Frequenz ist proportional, risikobasiert und institutsindividuell festzulegen. Die Übersicht ist kein Nachweis einer tatsächlich eingerichteten Governance.

Takt / Auslöser

Laufend / ereignisbezogen

Prüffokus

Vorfälle, Schwachstellen, wesentliche Änderungen, neue Bedrohungen und Kontrollausfälle

Erwartetes Ergebnis

Triage, Neubewertung, Sofortmaßnahme oder dokumentierter Nicht-Handlungsentscheid

Rollenmuster

Operative Owner und IKT-Risikofunktion

Takt / Auslöser

Monatlich

Prüffokus

Überfällige Behandlungen, Kontrollausnahmen, Datenqualitätslücken und eskalierte Abhängigkeiten

Erwartetes Ergebnis

Bereinigter Arbeitsvorrat mit Frist, Verantwortlichem und Eskalationsstatus

Rollenmuster

IKT-Risikofunktion und Maßnahmen-Owner

Takt / Auslöser

Quartalsweise

Prüffokus

Risikoexposition, Toleranzverletzungen, Kontrollleistung, Verlust- und Ereignistrends

Erwartetes Ergebnis

Management-Bericht mit Abweichungen, Ursachen, Optionen und Entscheidungsbedarf

Rollenmuster

IKT-Risikofunktion und Leitungsorgan gemäß Governance

Takt / Auslöser

Mindestens jährlich

Prüffokus

Angemessenheit des Rahmens, Strategie, Methoden, Szenarien, Ressourcen und unabhängige Prüfung

Erwartetes Ergebnis

Dokumentierter Rahmenreview mit Änderungen, Ausnahmen und Folgemaßnahmen

Rollenmuster

Leitungsorgan, Kontrollfunktionen und interne Revision gemäß Mandat

Vier-Augen- und Challenge-Pfad

Bewertung von Entscheidung und Nachhalten trennen

1

Plausibilisieren

Sind Scope, Quelle, Stichtag, Methode und Annahmen vollständig?

Ergebnis: Annahme bestätigt oder mit Rückfrage an den Ersteller zurückgegeben

2

Challengen

Tragen Szenario, Bewertung und Kontrolle die behauptete Risikoreduktion?

Ergebnis: Fachliche Gegenposition, zusätzliche Evidenz oder angepasste Bewertung

3

Entscheiden

Ist die Behandlung verhältnismäßig und das Restrisiko innerhalb der Kompetenz?

Ergebnis: Begründete Entscheidung mit Auflage, Frist oder Eskalation

4

Nachhalten

Wurde die Entscheidung umgesetzt und durch aktuelle Evidenz bestätigt?

Ergebnis: Geschlossener Prüfpfad oder erneute Eskalation bei Abweichung

Management-Berichtsschema

Entscheidungsbedarf statt Kennzahlenfriedhof

Jeder Berichtsblock trennt beobachtete Fakten, bekannte Datenlücken und den konkreten Entscheidungsauftrag. Beispielwerte werden bewusst nicht vorgegeben.

Berichtsblock

Scope und Datenqualität

Mindestinhalt

Berichtszeitraum, Abdeckung, Datenquellen, Stichtag, bekannte Lücken und Änderungen

Entscheidung benötigt

Abdeckung akzeptieren oder Nacharbeit beauftragen

Berichtsblock

Risikoexposition

Mindestinhalt

Wesentliche Szenarien, Toleranzverletzungen, Entwicklung und Konzentrationen nach Funktion

Entscheidung benötigt

Priorität, Risikoappetit oder Behandlung anpassen

Berichtsblock

Kontrollen und Resilienz

Mindestinhalt

Kontrollausfälle, Testergebnisse, Wiederherstellungsfähigkeit und nicht geschlossene Ausnahmen

Entscheidung benötigt

Ressourcen, Kompensationskontrolle oder Frist entscheiden

Berichtsblock

Maßnahmen und Restrisiken

Mindestinhalt

Überfällige Maßnahmen, Zielrisiken, offene Risikoakzeptanzen und Eskalationen

Entscheidung benötigt

Akzeptieren, behandeln, übertragen, vermeiden oder eskalieren

Berichtsblock

Ausblick

Mindestinhalt

Materielle Änderungen, Bedrohungslage, regulatorische Änderungen und nächste Reviews

Entscheidung benötigt

Mandat und nächste Entscheidungszeitpunkte bestätigen

IKT-Risikomanagement — Selbstcheck

10 Fragen zu Governance, Framework, Identifikation, Schutz, Erkennung, Reaktion und Wiederherstellung. Das Ergebnis ist eine unverbindliche Arbeitshypothese, keine Reifegradfeststellung oder Wirksamkeitsprüfung.

IKT-Risikomanagementrahmen dokumentiert?
Regelmäßige IKT-Risikobewertungen durchgeführt?
IKT-Asset-Inventar vollständig und aktuell?
Schutzmaßnahmen nach Risikoklasse?
Erkennungsmechanismen und Warnschwellen?
Reaktions- und Wiederherstellungsprozess?
Backup, Wiederherstellung und Integritätsprüfung?
IKT-Risikoberichterstattung an das Leitungsorgan?
Drittparteienrisiken in den Rahmen integriert?
Review, Revision und Verbesserungsmaßnahmen?

Operating Model

  • Das Leitungsorgan trägt die Gesamtverantwortung für das IKT-Risikomanagement und verankert Strategie, Risikoappetit und Ressourcenbudget.
  • Ein Three-Lines-Modell trennt operative Umsetzung (Fachbereiche/IT), Überwachung (Risikocontrolling/Informationssicherheit) und Prüfung (Revision).
  • IKT-Risiken werden in einem zentralen Inventar erfasst, bewertet und mit Kontrollen, Maßnahmen und Nachweisen verknüpft.
  • Berichtslinien, Eskalationsschwellen und Entscheidungswege sind dokumentiert und im Kontrollbetrieb nachweisbar.
  • Kontinuierliche Verbesserung wird durch regelmäßige Reifegradbewertung und Wirksamkeitsprüfungen gesteuert.

Sollzustand

  • Governance: Rahmenwerk, Rollen, Strategie und Risikoappetit sind dokumentiert, freigegeben und im Betrieb verankert.
  • Risikoidentifikation: IKT-Risikoinventar, Schutzbedarfsfeststellung und Risikoanalyse sind vollständig und aktuell.
  • Risikobehandlung: Behandlungsoptionen sind festgelegt, Maßnahmen umgesetzt, Restrisiken akzeptiert.
  • Kontrollsystem: Kontrollziele, Kontrollen, Wirksamkeitsprüfungen und Nachweise sind etabliert.
  • Monitoring: Frühwarnindikatoren, Reporting und Eskalationsprozesse sind institutionalisiert.
  • Integration: DORA, MaRisk und ISO 27001 Anforderungen sind konsistent gemappt und werden gemeinschaftlich bedient.

Umsetzungsschritte

  • IKT-Governance-Rahmenwerk erstellen und durch Leitungsorgan freigeben lassen.
  • Rollenmodell (RACI) für IKT-Risikomanagement institutsweit definieren und kommunizieren.
  • IKT-Risikoinventar aufbauen und mit Schutzbedarfsfeststellung verknüpfen.
  • Risikoanalyse und -bewertung für alle identifizierten IKT-Risiken durchführen.
  • Risikobehandlungsplan mit Maßnahmen, Fristen und Verantwortlichen erstellen.
  • Kontrollsystem mit Kontrollzielen, Kontrollen und Nachweisen aufbauen.
  • Frühwarnindikatoren und Management-Reporting etablieren.
  • Reifegradmodell einführen und erste Bewertung durchführen.
  • Integration mit MaRisk- und ISO 27001-Anforderungen herstellen.
Lückenanalyse

IKT-Risikomanagement Maßnahmenkatalog

18 priorisierte Sollmaßnahmen für das IKT-Risikomanagement nach DORA Kapitel II.

DORA-IRM-001 reviewed defined

Governance-Rahmen für IKT-Risikomanagement etablieren

Das Institut verfügt über einen dokumentierten Governance-Rahmen, der IKT-Risikomanagement als integralen Bestandteil des gesamtinstitutischen Risikomanagements verankert.

Themenbereich
IKT-Risikomanagement
Sollzustand
Ein vom Leitungsorgan freigegebener Governance-Rahmen definiert Ziele, Prinzipien, Verantwortlichkeiten, Entscheidungswege, Eskalationsschwellen und Berichtslinien für das IKT-Risikomanagement. Der Rahmen wird mindestens jährlich überprüft und bei wesentlichen Änderungen aktualisiert.
DORA / MaRisk
DORA Art. 5 Abs. 1 (Governance), Art. 6 Abs. 1 (Rahmen für IKT-Risikomanagement) | MaRisk AT 4.3.1, AT 4.4.1

Umsetzungsschritte

  • IST-Governance für IKT-Risikomanagement aufnehmen und gegen DORA-Anforderungen mappen.
  • Governance-Rahmen mit Leitungsorgan-Verantwortung, Ausschüssen, Rollen und Entscheidungswegen entwerfen.
  • Eskalationsschwellen für IKT-Risiken in Zusammenarbeit mit Risikocontrolling festlegen.
  • Rahmen durch Leitungsorgan freigeben und in der Organisation kommunizieren.
  • Jährlichen Review-Prozess für den Governance-Rahmen institutionalisieren.

Beispielnachweise

  • Freigegebener Governance-Rahmen (aktuell)
  • Gremienbeschluss zur Verabschiedung
  • Eskalationsmatrix für IKT-Risiken
  • Review-Protokoll mit Änderungshistorie

ISO/IEC 27001 Anker

A.5.1 A.5.2 A.5.3 A.5.36
ID: DORA-IRM-001
DORA-IRM-002 reviewed managed

Rollen und Verantwortlichkeiten im IKT-Risikomanagement definieren

Rollen, Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten für das IKT-Risikomanagement sind institutsweit eindeutig zugeordnet und dokumentiert.

Themenbereich
IKT-Risikomanagement
Sollzustand
Ein verbindliches Rollenmodell weist Verantwortlichkeiten für IKT-Risikoidentifikation, -bewertung, -behandlung, -überwachung und -berichterstattung zu. Dritte-Verteidigungslinie (Revision) prüft die Wirksamkeit des Gesamtsystems.
DORA / MaRisk
DORA Art. 5 Abs. 2 und 3 (Leitungsorgan, Kontrollfunktionen), Art. 6 Abs. 2 (integrierter IKT-Risikomanagementrahmen) | MaRisk AT 4.4.1 (Aufbauorganisation), AT 7.1 (Personal)

Umsetzungsschritte

  • RACI-Matrix für IKT-Risikomanagement mit Fachbereichen, IT, Risikocontrolling, Informationssicherheit und Revision erstellen.
  • Stellvertretungsregelungen für jede Schlüsselrolle festlegen.
  • Rollen in Stellenbeschreibungen und Zielvereinbarungen integrieren.
  • Rollenverständnis durch Schulungen und Kommunikation sicherstellen.

Beispielnachweise

  • Rollen- und Verantwortungsmatrix (RACI)
  • Stellenbeschreibungen mit IKT-Risikobezug
  • Schulungsnachweise für Rolleninhaber
  • Review-Protokoll der Rollenverteilung

ISO/IEC 27001 Anker

A.5.2 A.5.3 A.5.37
ID: DORA-IRM-002
DORA-IRM-003 reviewed defined

IKT-Risikostrategie und Risikoappetit festlegen

Das Institut verfügt über eine dokumentierte IKT-Risikostrategie, die den Risikoappetit, die Risikotragfähigkeit und strategische Ziele für IKT-Risiken definiert.

Themenbereich
IKT-Risikomanagement
Sollzustand
Die IKT-Risikostrategie ist mit der Geschäftsstrategie und dem gesamtinstitutischen Risikoappetit abgestimmt. Sie definiert quantitative und qualitative Risikoschwellen, Prioritäten und Maßnahmen bei Schwellwertverletzungen.
DORA / MaRisk
DORA Art. 6 Abs. 8 (Strategie für digitale operationale Resilienz, IKT-Risikotoleranz und Informationssicherheitsziele) | MaRisk AT 4.2.1 (Risikostrategie), AT 4.3.2 (Risikotragfähigkeit)

Umsetzungsschritte

  • IKT-Risikoappetit aus gesamtnstitutischem Risikoappetit ableiten und operationalisieren.
  • IKT-Risikostrategie mit Zielen, Schwellenwerten und Überwachungskennzahlen formulieren.
  • Strategie durch Leitungsorgan freigeben und jährlich überprüfen.
  • Abweichungen von der Strategie als Eskalationsereignis definieren.

Beispielnachweise

  • Freigegebene IKT-Risikostrategie (aktuell)
  • Risikoappetit-Erklärung mit Schwellenwerten
  • Jährlicher Strategie-Review mit Beschluss
  • Abweichungsbericht bei Strategieverletzung

ISO/IEC 27001 Anker

A.5.1 A.5.4 A.5.36
ID: DORA-IRM-003
DORA-IRM-004 reviewed defined

IKT-Risikoinventar aufbauen und aktuell halten

Alle identifizierten IKT-Risiken werden in einem zentralen Risikoinventar erfasst, bewertet und aktuell gehalten.

Themenbereich
IKT-Risikomanagement
Sollzustand
Ein vollständiges IKT-Risikoinventar erfasst jede identifizierte Gefährdung mit Risikobeschreibung, Eintrittswahrscheinlichkeit, Schadenshöhe, Risikowert, Verantwortlichem, Behandlungsoption, Frist und Status. Das Inventar wird mindestens quartalsweise aktualisiert.
DORA / MaRisk
DORA Art. 8 Abs. 1, 4 und 7 (Identifikation, IKT-Asset-Inventar und regelmäßige Risikobewertung) | MaRisk AT 4.3.3 (Risikoinventar), BT 1 (IKT-Risiken)

Umsetzungsschritte

  • Risikokategorien für IKT-Risiken definieren (strategisch, operativ, Compliance, Reputation).
  • Risikoinventar-Vorlage mit Pflichtfeldern entwickeln.
  • Ersterfassung durch Fachbereiche, IT und Informationssicherheit durchführen.
  • Regelmässige Aktualisierung (quartalsweise) und Konsolidierung institutionalisieren.
  • Inventar mit Kontrollsystem und Maßnahmentracking verknüpfen.

Beispielnachweise

  • IKT-Risikoinventar (vollständig, aktuell)
  • Risikoklassifikation und -kategorien
  • Aktualisierungsprotokolle je Quartal
  • Abgleich mit Kontroll- und Maßnahmensystem

ISO/IEC 27001 Anker

A.5.7 A.5.8 A.5.9 A.8.8
ID: DORA-IRM-004
DORA-IRM-005 reviewed defined

Schutzbedarfsfeststellung für IKT-Assets durchführen

Der Schutzbedarf aller IKT-Assets wird hinsichtlich Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit systematisch festgestellt und dokumentiert.

Themenbereich
IKT-Risikomanagement
Sollzustand
Eine vollständige Schutzbedarfsfeststellung liegt für alle IKT-Assets (Anwendungen, Systeme, Daten, Netzwerke, Infrastruktur) vor. Die Einstufung erfolgt einheitlich anhand definierter Kriterien und wird bei wesentlichen Änderungen aktualisiert.
DORA / MaRisk
DORA Art. 8 Abs. 1, 4 und 5 (Funktionen, IKT-Assets, Abhängigkeiten und Klassifizierung) | MaRisk BT 1.1 (Informationssicherheit), BT 3.1 (Notfallmanagement)

Umsetzungsschritte

  • Schutzbedarfskategorien (normal, hoch, sehr hoch) für Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit definieren.
  • Bewertungsmatrix mit Kriterien je Kategorie entwickeln.
  • IKT-Assets identifizieren und Schutzbedarf je Asset bestimmen.
  • Ergebnisse dokumentieren und regelmässig (mindestens jährlich) aktualisieren.

Beispielnachweise

  • Schutzbedarfsfeststellung für alle IKT-Assets
  • Bewertungsmatrix und Kriterienkatalog
  • Aktualisierungsprotokoll
  • Abweichungsanalyse bei geändertem Schutzbedarf

ISO/IEC 27001 Anker

A.5.9 A.5.10 A.8.1 A.8.2
ID: DORA-IRM-005
DORA-IRM-006 reviewed managed

IKT-Risikoanalyse und -bewertung durchführen

IKT-Risiken werden systematisch analysiert, bewertet und priorisiert, um risikobasierte Entscheidungen zu ermöglichen.

Themenbereich
IKT-Risikomanagement
Sollzustand
Eine standardisierte Risikoanalyse bewertet identifizierte IKT-Risiken nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe. Die Ergebnisse werden in einer Risikomatrix visualisiert und priorisiert. Wesentliche Risiken werden mit Behandlungsoptionen und Fristen versehen.
DORA / MaRisk
DORA Art. 8 Abs. 2, 3 und 7 (Risikoquellen, Cyberbedrohungen, Schwachstellen und Risikobewertung) | MaRisk AT 4.3.3 (Risikoanalyse), BT 1.2

Umsetzungsschritte

  • Risikoanalyse-Methodik (quantitativ/qualitativ) institutsspezifisch festlegen.
  • Risikomatrix mit Eintrittswahrscheinlichkeit, Schadenshöhe und Risikoklassen definieren.
  • Risikoanalyse für alle erfassten IKT-Risiken durchführen.
  • Ergebnisse priorisieren und in Risikobericht aufnehmen.

Beispielnachweise

  • Risikoanalysebericht (aktuell)
  • Risikomatrix mit Bewertung aller IKT-Risiken
  • Priorisierungsliste mit Behandlungskategorien
  • Risikobericht an Leitungsorgan

ISO/IEC 27001 Anker

A.5.7 A.5.8 A.8.8
ID: DORA-IRM-006
DORA-IRM-007 reviewed managed

IKT-Risikobehandlung steuern und dokumentieren

Für jedes identifizierte und bewertete IKT-Risiko wird eine Behandlungsoption festgelegt und umgesetzt.

Themenbereich
IKT-Risikomanagement
Sollzustand
Ein Risikobehandlungsplan dokumentiert für jedes wesentliche IKT-Risiko die gewählte Option (Vermeiden, Reduzieren, Übertragen, Akzeptieren), zugehörige Maßnahmen, Verantwortliche, Fristen und den Status der Umsetzung. Risikoakzeptanz erfolgt auf der dafür vorgesehenen Management-Ebene.
DORA / MaRisk
DORA Art. 6 Abs. 8 (IKT-Risikotoleranz und Resilienzstrategie), Art. 9 (Schutz und Prävention) | MaRisk AT 4.3.4 (Risikobehandlung), BT 2

Umsetzungsschritte

  • Behandlungsoptionen institutsweit verbindlich definieren.
  • Risikobehandlungsplan mit Maßnahmen, Verantwortlichen und Fristen erstellen.
  • Akzeptanzkriterien und Genehmigungsstufen für Risikoakzeptanz festlegen.
  • Umsetzung der Maßnahmen verfolgen und Wirksamkeit nachweisen.
  • Restrisiken dokumentieren und managementseitig freigeben.

Beispielnachweise

  • Risikobehandlungsplan (aktuell)
  • Maßnahmenübersicht mit Status und Fristen
  • Risikoakzeptanzdokumentation mit Genehmigung
  • Wirksamkeitsnachweise umgesetzter Maßnahmen

ISO/IEC 27001 Anker

A.5.7 A.5.8 A.5.29 A.8.3
ID: DORA-IRM-007
DORA-IRM-008 reviewed defined

Kontrollsystem für IKT-Risikomanagement aufbauen

Ein dokumentiertes Kontrollsystem stellt die Wirksamkeit der IKT-Risikomanagement-Maßnahmen sicher.

Themenbereich
IKT-Risikomanagement
Sollzustand
Das Kontrollsystem umfasst risikobasierte Kontrollziele, Kontrollen (präventiv, detektiv, korrektiv), Kontrollfrequenzen, Verantwortliche, Nachweise und Review-Zyklen. Kontrollergebnisse werden dokumentiert und bei Abweichungen eskalieren.
DORA / MaRisk
DORA Art. 9 (Schutz- und Präventionsmaßnahmen), Art. 10 (Mechanismen zur Erkennung anomaler Aktivitäten) | MaRisk AT 4.4.2 (Kontrollsystem), BT 2.1

Umsetzungsschritte

  • Kontrollziele aus IKT-Risikoinventar und Schutzbedarf ableiten.
  • Kontrolltypen (präventiv/detektiv/korrektiv) und -frequenzen festlegen.
  • Kontrollen in Verantwortung der Fachbereiche, IT und Informationssicherheit betreiben.
  • Kontrollergebnisse dokumentieren und bei Abweichungen Maßnahmen einleiten.

Beispielnachweise

  • Kontrollsystem-Dokumentation mit Kontrollmatrix
  • Durchgeführte Kontrollen mit Ergebnissen
  • Abweichungsberichte und Maßnahmen
  • Kontroll-Review-Protokoll

ISO/IEC 27001 Anker

A.5.7 A.5.8 A.8.8 A.8.15
ID: DORA-IRM-008
DORA-IRM-009 reviewed defined

Wirksamkeitsprüfung von IKT-Kontrollen institutionalisieren

Die Wirksamkeit der IKT-Kontrollen wird regelmässig geprüft, dokumentiert und bei Feststellungen nachgesteuert.

Themenbereich
IKT-Risikomanagement
Sollzustand
Ein standardisierter Prozess prüft die Wirksamkeit aller IKT-Kontrollen mindestens jährlich. Die Prüfung umfasst Design-Wirksamkeit und operative Wirksamkeit. Ergebnisse werden dokumentiert, mit Soll-Zustand abgeglichen und Maßnahmen bei Abweichungen eingeleitet.
DORA / MaRisk
DORA Art. 6 Abs. 5 und 6 (Review, interne Revision und Follow-up), Art. 13 Abs. 1 und 2 (Lernen und Verbesserung) | MaRisk AT 4.4.2 Tz. 3 (Wirksamkeit), BT 2.2

Umsetzungsschritte

  • Prüfmethodik für Design-Wirksamkeit und operative Wirksamkeit festlegen.
  • Prüfplan mit Priorisierung (risikobasiert) und Frequenzen erstellen.
  • Wirksamkeitsprüfungen durchführen und Ergebnisse dokumentieren.
  • Maßnahmen bei nicht wirksamen Kontrollen ableiten und nachverfolgen.

Beispielnachweise

  • Prüfplan für Wirksamkeitsnachweise (jährlich)
  • Durchgeführte Wirksamkeitsprüfungen mit Ergebnissen
  • Maßnahmenplan bei nicht wirksamen Kontrollen
  • Management-Freigabe der Prüfergebnisse

ISO/IEC 27001 Anker

A.5.35 A.5.36 A.8.8 A.9.1
ID: DORA-IRM-009
DORA-IRM-010 reviewed defined

Kritische IKT-Dienstleistungen identifizieren und Schutzbedarf bestimmen

Kritische IKT-Dienstleistungen und deren Schutzbedarf werden identifiziert und in das IKT-Risikomanagement einbezogen.

Themenbereich
IKT-Risikomanagement
Sollzustand
Eine institutsspezifische Definition und Identifikation kritischer IKT-Dienstleistungen ist etabliert. Der Schutzbedarf dieser Dienstleistungen hinsichtlich Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit ist dokumentiert und wird bei Änderungen aktualisiert.
DORA / MaRisk
DORA Art. 8 Abs. 1, 4 und 5 (Funktionen, Informations- und IKT-Assets, Kritikalität und Abhängigkeiten) | MaRisk AT 9 (Auslagerungen), BT 3 (Notfallmanagement)

Umsetzungsschritte

  • Kriterien für kritische IKT-Dienstleistungen definieren.
  • IKT-Dienstleistungen identifizieren und Kritikalität bewerten.
  • Schutzbedarf je kritischer Dienstleistung feststellen.
  • Ergebnisse mit IKT-Risikoinventar und Kontrollsystem verknüpfen.

Beispielnachweise

  • Kriterienkatalog für kritische IKT-Dienstleistungen
  • Bewertung der Kritikalität je Dienstleistung
  • Schutzbedarfsfeststellung für kritische Dienstleistungen
  • Verknüpfung mit Risikoinventar und Kontrollen

ISO/IEC 27001 Anker

A.5.9 A.5.10 A.5.19 A.8.1
ID: DORA-IRM-010
DORA-IRM-011 reviewed defined

IKT-Risikoüberwachung mit Frühwarnindikatoren betreiben

IKT-Risiken werden kontinuierlich überwacht und Frühwarnindikatoren zeigen Risikoveränderungen zeitnah an.

Themenbereich
IKT-Risikomanagement
Sollzustand
Ein Kennzahlensystem mit Frühwarnindikatoren (KRI) für IKT-Risiken ist definiert und in Betrieb. Die Kennzahlen werden regelmässig erhoben, überwacht und bei Schwellwertverletzungen wird eskaliert. Trends und Veränderungen werden analysiert und berichtet.
DORA / MaRisk
DORA Art. 10 Abs. 1 und 2 (Erkennungsmechanismen, Warnschwellen und Auslösung der IKT-Vorfallreaktion) | MaRisk AT 4.3.5 (Frühwarnung), BT 1.3

Umsetzungsschritte

  • Frühwarnindikatoren für IKT-Risiken identifizieren und definieren.
  • Schwellenwerte (Grün/Gelb/Rot) für jeden Indikator festlegen.
  • Automatisierte Datenerhebung und Berichterstattung aufbauen.
  • Regelmässige Überprüfung der Indikatoren auf Aussagekraft und Aktualität.

Beispielnachweise

  • Frühwarnindikatoren-Übersicht mit aktuellen Werten
  • Schwellwert-Definition und Eskalationsregeln
  • Monitoring-Bericht mit Trendanalyse
  • Eskalationsnachweise bei Schwellwertverletzung

ISO/IEC 27001 Anker

A.5.7 A.5.8 A.5.35 A.8.16
ID: DORA-IRM-011
DORA-IRM-012 reviewed managed

Management-Reporting zu IKT-Risiken etablieren

Das Management erhält regelmässig entscheidungsrelevante Informationen über die IKT-Risikolage, Kontrollstatus, Vorfälle und Maßnahmenfortschritt.

Themenbereich
IKT-Risikomanagement
Sollzustand
Ein standardisiertes Reporting informiert das Management quartalsweise über die IKT-Risikolage: Risikoinventar-Entwicklung, Kontrollergebnisse, Frühwarnindikatoren, wesentliche Vorfälle, Maßnahmenstatus und Reifegradentwicklung.
DORA / MaRisk
DORA Art. 5 Abs. 2 (Steuerung und Überwachung durch das Leitungsorgan), Art. 6 Abs. 8 (Resilienzstrategie und Leistungskennzahlen) | MaRisk AT 4.3.1 (Reporting), BT 1.4

Umsetzungsschritte

  • Reporting-Kennzahlen und Berichtsvorlage für IKT-Risiken definieren.
  • Berichtsrhythmus (quartalsweise) und Ad-hoc-Berichtsanlässe festlegen.
  • Reporting in das gesamtinstitutische Risikoberichtswesen integrieren.
  • Reporting regelmässig auf Aussagekraft und Entscheidungsrelevanz prüfen.

Beispielnachweise

  • Quartalsbericht IKT-Risikomanagement
  • Kennzahlen-Dashboard (Risiken, Kontrollen, Maßnahmen)
  • Ad-hoc-Bericht bei wesentlicher Veränderung
  • Review-Protokoll zur Reporting-Qualität

ISO/IEC 27001 Anker

A.5.35 A.5.36 A.5.37
ID: DORA-IRM-012
DORA-IRM-013 reviewed defined

IKT-Risikobericht an das Leitungsorgan sicherstellen

Das Leitungsorgan erhält regelmässig einen umfassenden Bericht über die IKT-Risikolage und die Wirksamkeit des IKT-Risikomanagements.

Themenbereich
IKT-Risikomanagement
Sollzustand
Ein jährlicher IKT-Risikobericht informiert das Leitungsorgan über die Risikolage, wesentliche Risikoveränderungen, Kontrollergebnisse, Wirksamkeitsprüfungen, Reifegradentwicklung, Ressourcen- und Budgetbedarf sowie strategische Empfehlungen.
DORA / MaRisk
DORA Art. 5 Abs. 1 und 2 (Gesamtverantwortung sowie Steuerungs- und Überwachungsaufgaben des Leitungsorgans) | MaRisk AT 4.3.1 (Leitungsorgan), AT 4.4.1

Umsetzungsschritte

  • Berichtsanforderungen des Leitungsorgans für IKT-Risiken erheben.
  • Jährlichen IKT-Risikobericht mit Standardvorlage erstellen.
  • Berichtstermin mit Jahresplanung des Leitungsorgans abstimmen.
  • Berichtsergebnisse in strategische Planung und Budgetierung einsteuern.

Beispielnachweise

  • IKT-Risikobericht an Leitungsorgan (jährlich)
  • Sitzungsprotokoll mit Behandlung des Berichts
  • Beschlussvorlage mit Maßnahmen
  • Nachverfolgung der Beschlüsse

ISO/IEC 27001 Anker

A.5.1 A.5.4 A.5.36 A.5.37
ID: DORA-IRM-013
DORA-IRM-014 reviewed defined

Eskalationsprozess für IKT-Risiken definieren und betreiben

Wesentliche IKT-Risiken, Kontrollabweichungen und Vorfälle werden zeitnah und auf der richtigen Management-Ebene eskaliert.

Themenbereich
IKT-Risikomanagement
Sollzustand
Ein dokumentierter Eskalationsprozess definiert Eskalationsauslöser, -stufen, -empfänger, -fristen und Kommunikationswege für IKT-Risiken. Eskalationen werden dokumentiert, nachverfolgt und auf Wirksamkeit geprüft.
DORA / MaRisk
DORA Art. 5 Abs. 2 (Governance- und Kontrollrahmen), Art. 10 Abs. 2 und Art. 11 (Eskalation, Reaktion und Wiederherstellung) | MaRisk AT 4.4.1 (Entscheidungswege), BT 3.2

Umsetzungsschritte

  • Eskalationsauslöser (Schwellenwerte, Fristen, Risikoklassen) definieren.
  • Eskalationsstufen und Entscheidungsbefugnisse je Stufe festlegen.
  • Kommunikationswege und -formate für Eskalationen standardisieren.
  • Eskalationsprozess regelmässig testen und schulen.

Beispielnachweise

  • Eskalationsmatrix mit Auslösern und Stufen
  • Dokumentierte Eskalationsfälle mit Verlauf
  • Eskalationstest-Protokoll
  • Schulungsnachweise für Eskalationsprozess

ISO/IEC 27001 Anker

A.5.2 A.5.3 A.5.24 A.5.35
ID: DORA-IRM-014
DORA-IRM-015 reviewed defined

Nachweis- und Evidenzmodell für IKT-Risikomanagement aufbauen

Alle IKT-Risikomanagement-Aktivitäten sind revisionssicher nachweisbar und mit dem Evidenzmodell der Plattform verknüpft.

Themenbereich
IKT-Risikomanagement
Sollzustand
Ein standardisiertes Evidenzmodell ordnet jeder IKT-Risikomanagement-Anforderung konkrete Nachweise zu. Nachweise sind mit Verantwortlichen, Review-Zyklen und Aufbewahrungsfristen versehen. Das Modell wird regelmässig auf Vollständigkeit und Aktualität geprüft.
DORA / MaRisk
DORA Art. 6 Abs. 4 bis 7 (Dokumentation, Review, Revision und Vorlage auf Anforderung) | MaRisk AT 4.4.2 (Dokumentation), BT 2.3

Umsetzungsschritte

  • Evidenzkategorien für IKT-Risikomanagement definieren.
  • Nachweiszuordnung zu jeder DORA-IRM-Anforderung herstellen.
  • Review-Zyklen und Verantwortliche je Nachweis festlegen.
  • Evidenzmodell mit Kontrollsystem und Maßnahmentracking verknüpfen.

Beispielnachweise

  • Evidenzmodell IKT-Risikomanagement (vollständig)
  • Nachweisverzeichnis mit Zuordnung zu Anforderungen
  • Review-Protokoll der Evidenzen
  • Verknüpfung mit Kontroll- und Maßnahmensystem

ISO/IEC 27001 Anker

A.5.33 A.5.34 A.5.35 A.5.36
ID: DORA-IRM-015
DORA-IRM-016 reviewed defined

Integration von DORA, MaRisk und ISO 27001 im IKT-Risikomanagement

Die Anforderungen aus DORA, MaRisk und ISO/IEC 27001:2022 werden im IKT-Risikomanagement konsistent und aufwandsminimierend integriert.

Themenbereich
IKT-Risikomanagement
Sollzustand
Ein integriertes Anforderungsmapping zeigt die Korrespondenz zwischen DORA-IRM-Artikeln, MaRisk-AT/BT-Ziffern und ISO/IEC 27001:2022-Kontrollen. Gemeinsame Nachweise, Kontrollen und Berichtsformate werden genutzt, um Doppelarbeiten zu vermeiden.
DORA / MaRisk
DORA Art. 6 Abs. 1 und 2 (solider, umfassender und integrierter IKT-Risikomanagementrahmen) | MaRisk AT 1 (Anwendungsbereich), AT 4.1 (Gesamtverantwortung)

Umsetzungsschritte

  • Anforderungsmapping zwischen DORA IRM, MaRisk und ISO 27001 durchführen.
  • Gemeinsame Kontrollziele und Nachweise identifizieren.
  • Integrierte Berichts- und Nachweisstruktur aufbauen.
  • Abweichungen und Zusatzanforderungen je Regulation dokumentieren.

Beispielnachweise

  • Anforderungsmapping DORA–MaRisk–ISO 27001
  • Gemeinsame Kontrollzielmatrix
  • Integrierte Nachweisstruktur
  • Abweichungsanalyse je Regulation

ISO/IEC 27001 Anker

A.5.1 A.5.36 A.5.37 A.6.1
ID: DORA-IRM-016
DORA-IRM-017 reviewed initial

Reifegradmodell für IKT-Risikomanagement etablieren

Der Reifegrad des IKT-Risikomanagements wird regelmässig gemessen, berichtet und als Grundlage für Verbesserungsmaßnahmen genutzt.

Themenbereich
IKT-Risikomanagement
Sollzustand
Ein institutsspezifisches Reifegradmodell bewertet alle Dimensionen des IKT-Risikomanagements (Governance, Risikoidentifikation, -analyse, -behandlung, Kontrollen, Überwachung, Reporting, Kultur) auf einer definierten Skala. Die Bewertung wird jährlich durchgeführt und mit Maßnahmenplänen verbunden.
DORA / MaRisk
DORA Art. 6 Abs. 5 und 6 (jährlicher Review, interne Revision und Follow-up), Art. 13 (Lernen und Weiterentwicklung) | MaRisk AT 4.4.2 (Verbesserung), BT 2.4

Umsetzungsschritte

  • Reifegrad-Dimensionen und Bewertungsstufen für IKT-Risikomanagement definieren.
  • Bewertungskriterien je Dimension und Stufe festlegen.
  • Jährliche Reifegradbewertung durchführen und dokumentieren.
  • Ergebnisse mit Maßnahmen- und Verbesserungsplan verknüpfen.

Beispielnachweise

  • Reifegradmodell IKT-Risikomanagement
  • Jährliche Reifegradbewertung mit Ergebnissen
  • Maßnahmenplan aus Reifegradbewertung
  • Entwicklungsreport mit Vorjahresvergleich

ISO/IEC 27001 Anker

A.5.35 A.5.36 A.10.1 A.10.2
ID: DORA-IRM-017
DORA-IRM-018 reviewed defined

Schulungs- und Sensibilisierungsprogramm für IKT-Risiken aufbauen

Mitarbeitende und Führungskräfte werden regelmässig zu IKT-Risiken geschult und für ihre Verantwortung im IKT-Risikomanagement sensibilisiert.

Themenbereich
IKT-Risikomanagement
Sollzustand
Ein rollenbasiertes Schulungsprogramm vermittelt IKT-Risikowissen an alle relevanten Mitarbeitenden. Führungskräfte erhalten vertiefende Schulungen zu IKT-Risikosteuerung, Eskalation und Reporting. Schulungsteilnahme und -erfolg werden dokumentiert.
DORA / MaRisk
DORA Art. 5 Abs. 4 (Kenntnisse des Leitungsorgans), Art. 13 Abs. 6 (Sensibilisierungsprogramme und Schulungen) | MaRisk AT 7.1

Umsetzungsschritte

  • Schulungsbedarf für IKT-Risikomanagement rollenbasiert erheben.
  • Schulungsprogramm mit Basisschulung (alle) und Vertiefung (Rolleninhaber) entwickeln.
  • Jährlichen Schulungsplan erstellen und durchführen.
  • Schulungserfolg messen und Programm kontinuierlich verbessern.

Beispielnachweise

  • Schulungskonzept IKT-Risikomanagement
  • Rollenbasierte Schulungsmatrix
  • Teilnehmernachweise und Testergebnisse
  • Jährlicher Schulungsplan mit Durchführung

ISO/IEC 27001 Anker

A.5.2 A.5.3 A.6.3 A.7.2
ID: DORA-IRM-018
Evidenzen

Nachweise und Evidenzen IKT-Risikomanagement

15 Nachweiskategorien decken die vollständige IRM-Evidenzlogik ab.

EVD-IRM-001 needs_review

IKT-Risikostrategie

Vom Leitungsorgan freigegebene IKT-Risikostrategie mit Risikoappetit, Zielen, Schwellenwerten und Überwachungskennzahlen.

Verantwortlich Leitungsorgan / Risikocontrolling
Review-Zyklus Jährlich
ISO-Anker A.5.1, A.5.4, A.5.36
Beispiele
  • IKT-Risikostrategie (freigegeben)
  • Risikoappetit-Erklärung
  • Jährlicher Strategie-Review
EVD-IRM-002 needs_review

Rollen- und Verantwortungsmatrix

Verbindliche RACI-Matrix für IKT-Risikomanagement mit Zuordnung zu Fachbereichen, IT, Risikocontrolling, Informationssicherheit und Revision.

Verantwortlich Organisation / Personalentwicklung
Review-Zyklus Jährlich
ISO-Anker A.5.2, A.5.3, A.5.37
Beispiele
  • RACI-Matrix
  • Stellenbeschreibungen mit IKT-Risikobezug
  • Schulungsnachweise
EVD-IRM-003 needs_review

IKT-Risikoinventar

Vollständiges, aktuelles Verzeichnis aller identifizierten IKT-Risiken mit Risikobeschreibung, Bewertung, Verantwortlichem und Behandlungsstatus.

Verantwortlich Risikocontrolling / IT-Sicherheit
Review-Zyklus Quartalsweise
ISO-Anker A.5.7, A.5.8, A.8.8
Beispiele
  • IKT-Risikoinventar (aktuell)
  • Risikoklassifikation
  • Aktualisierungsprotokoll
EVD-IRM-004 needs_review

Schutzbedarfsfeststellung

Dokumentierte Schutzbedarfsfeststellung für alle IKT-Assets hinsichtlich Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit.

Verantwortlich Informationssicherheit / Fachbereiche
Review-Zyklus Jährlich
ISO-Anker A.5.9, A.5.10, A.8.1, A.8.2
Beispiele
  • Schutzbedarfsfeststellung (vollständig)
  • Bewertungsmatrix
  • Aktualisierungsnachweis
EVD-IRM-005 needs_review

Risikoanalysebericht

Aktueller Bericht über die systematische Analyse und Bewertung aller IKT-Risiken mit Risikomatrix und Priorisierung.

Verantwortlich Risikocontrolling
Review-Zyklus Quartalsweise
ISO-Anker A.5.7, A.5.8, A.8.8
Beispiele
  • Risikoanalysebericht (aktuell)
  • Risikomatrix
  • Priorisierungsliste
EVD-IRM-006 needs_review

Risikobehandlungsplan

Plan zur Behandlung identifizierter IKT-Risiken mit Maßnahmen, Verantwortlichen, Fristen, Status und Risikoakzeptanzdokumentation.

Verantwortlich Risikocontrolling / Fachbereiche
Review-Zyklus Quartalsweise
ISO-Anker A.5.7, A.5.8, A.5.29, A.8.3
Beispiele
  • Risikobehandlungsplan (aktuell)
  • Maßnahmenübersicht
  • Risikoakzeptanz mit Genehmigung
EVD-IRM-007 needs_review

Kontrollsystem-Dokumentation

Dokumentation des IKT-Kontrollsystems mit Kontrollzielen, -typen, -frequenzen, Verantwortlichen und Nachweisen.

Verantwortlich Informationssicherheit / IT-Betrieb
Review-Zyklus Jährlich
ISO-Anker A.5.7, A.5.8, A.8.8, A.8.15
Beispiele
  • Kontrollmatrix IKT-Risikomanagement
  • Kontrollbeschreibungen
  • Kontrollkalender
EVD-IRM-008 needs_review

Wirksamkeitsnachweise

Nachweise der durchgeführten Wirksamkeitsprüfungen für IKT-Kontrollen mit Ergebnissen, Abweichungen und Maßnahmen.

Verantwortlich Interne Revision / Informationssicherheit
Review-Zyklus Jährlich
ISO-Anker A.5.35, A.5.36, A.8.8, A.9.1
Beispiele
  • Prüfplan Wirksamkeit
  • Prüfprotokolle mit Ergebnissen
  • Maßnahmenplan bei Abweichungen
EVD-IRM-009 needs_review

Frühwarnindikatoren und Kennzahlen

Übersicht der definierten Frühwarnindikatoren (KRI) für IKT-Risiken mit aktuellen Werten, Schwellen und Trendanalyse.

Verantwortlich Risikocontrolling
Review-Zyklus Monatlich
ISO-Anker A.5.7, A.5.8, A.5.35, A.8.16
Beispiele
  • KRI-Übersicht mit aktuellen Werten
  • Schwellwert-Definition
  • Trendbericht
EVD-IRM-010 needs_review

Management-Reporting

Standardisiertes Reporting an das Management über IKT-Risikolage, Kontrollstatus, Frühwarnindikatoren und Maßnahmenfortschritt.

Verantwortlich Risikocontrolling
Review-Zyklus Quartalsweise
ISO-Anker A.5.35, A.5.36, A.5.37
Beispiele
  • Quartalsbericht IKT-Risikomanagement
  • Kennzahlen-Dashboard
  • Ad-hoc-Berichte
EVD-IRM-011 needs_review

Leitungsorganbericht

Jährlicher IKT-Risikobericht an das Leitungsorgan mit Risikolage, Kontrollwirksamkeit, Reifegrad und strategischen Empfehlungen.

Verantwortlich Risikocontrolling / Vorstand
Review-Zyklus Jährlich
ISO-Anker A.5.1, A.5.4, A.5.36, A.5.37
Beispiele
  • IKT-Risikobericht an Leitungsorgan
  • Sitzungsprotokoll
  • Beschlussvorlage
EVD-IRM-012 needs_review

Eskalationsprotokoll

Dokumentierte Eskalationsfälle im IKT-Risikomanagement mit Auslöser, Eskalationsstufe, Entscheidung und Nachverfolgung.

Verantwortlich Risikocontrolling / Fachbereiche
Review-Zyklus Monatlich
ISO-Anker A.5.2, A.5.3, A.5.24, A.5.35
Beispiele
  • Eskalationsmatrix
  • Dokumentierte Eskalationsfälle
  • Maßnahmenverfolgung nach Eskalation
EVD-IRM-013 needs_review

Nachweisverzeichnis und Evidenzmodell

Vollständiges Verzeichnis aller Nachweise des IKT-Risikomanagements mit Zuordnung zu Anforderungen, Verantwortlichen und Review-Zyklen.

Verantwortlich Qualitätsmanagement / Informationssicherheit
Review-Zyklus Jährlich
ISO-Anker A.5.33, A.5.34, A.5.35, A.5.36
Beispiele
  • Evidenzmodell IKT-Risikomanagement
  • Nachweisverzeichnis
  • Review-Protokoll
EVD-IRM-014 needs_review

Reifegradbewertung

Jährliche Bewertung des Reifegrads aller IKT-Risikomanagement-Dimensionen mit Ergebnissen, Vorjahresvergleich und Maßnahmenplan.

Verantwortlich Qualitätsmanagement / Risikocontrolling
Review-Zyklus Jährlich
ISO-Anker A.5.35, A.5.36, A.10.1, A.10.2
Beispiele
  • Reifegradbewertung (aktuell)
  • Entwicklungsreport
  • Maßnahmenplan
EVD-IRM-015 needs_review

Schulungsnachweise

Dokumentation der durchgeführten Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen zu IKT-Risiken mit Teilnehmernachweisen und Erfolgskontrolle.

Verantwortlich Personalentwicklung / Informationssicherheit
Review-Zyklus Jährlich
ISO-Anker A.5.2, A.5.3, A.6.3, A.7.2
Beispiele
  • Schulungskonzept
  • Teilnehmerlisten und -nachweise
  • Testergebnisse

ISO/IEC 27001:2022 Verbindung

ISO/IEC 27001:2022 bietet den Kontrollrahmen, um die IKT-Risikomanagement-Anforderungen aus DORA Kapitel II in ein bestehendes ISMS zu integrieren.

  • A.5.1 bis A.5.4 Führung, Strategie, Rollen und Richtlinien für Informationssicherheit und IKT-Risikomanagement
  • A.5.7 bis A.5.10 Bedrohungsanalyse, Risikobewertung, Schutzbedarf und Behandlung
  • A.5.19 bis A.5.23 Lieferantenbeziehungen als Bestandteil des IKT-Risikomanagements
  • A.5.24 bis A.5.27 Incident- und Continuity-Prozesse als Teil der Risikobehandlung
  • A.5.29 bis A.5.37 Überwachung, Reporting, Dokumentation und kontinuierliche Verbesserung
  • A.8.1 bis A.8.16 Technologische Kontrollen für Schutz, Erkennung und Wiederherstellung

ISO/IEC 27001:2022 dient als Kontrollanker und Management-System-Referenz. Die Verbindung zu ISO 27001 unterstützt integrierte Resilienz- und Sicherheitsprogramme.

MaRisk

MaRisk Bezug im IKT-Risikomanagement

DORA gilt als eigenständige EU-Verordnung. MaRisk-Anforderungen bleiben daneben instituts- und anwendungsbezogen zu prüfen; eine Zuordnung kann gemeinsame Governance- und Nachweisobjekte sichtbar machen, ersetzt aber keine eigenständige Rechtsanalyse.

Strategie und Risikosteuerung

  • Geschäfts- und Risikostrategie sowie konsistente Risikotoleranzen
  • Gesamtverantwortung der Geschäftsleitung und angemessene Ressourcen
  • Risikoinventur, Wesentlichkeitsbeurteilung und Risikoberichterstattung
  • Kontroll-, Eskalations- und Verbesserungsprozesse

Organisation, Ressourcen und Auslagerung

  • Aufbau- und Ablauforganisation mit Funktionstrennung
  • Personal, technisch-organisatorische Ausstattung und Notfallmanagement
  • Auslagerungssteuerung und sonstiger Fremdbezug von Leistungen
  • Interne Revision und nachvollziehbare Mängelverfolgung
Cyber Risk

Verbindung zum Cyber Risk Rahmenwerk

Die 12 Cyber-Kontrollziele der Resilience Platform werden im IKT-Risikomanagement als operative Umsetzungsebene für DORA Kapitel II genutzt.

Identifikation (ID)

Cyber-Risikoidentifikation, Schutzbedarfsfeststellung und Asset-Management als Grundlage des IKT-Risikoinventars.

Schutz (PR)

Technische und organisatorische Schutzmaßnahmen gemäß Schutzbedarf und Risikobehandlungsplan.

Erkennung (DE)

Frühwarnindikatoren, Monitoring und Detection-Kontrollen als Teil des IKT-Kontrollsystems.

Reaktion (RS) & Wiederherstellung (RC)

Incident-Response, Business Continuity und Wiederherstellung als Bestandteil der Risikobehandlung und Kontrollziele.

Reifegrad

  1. 1 Initial

    Ad-hoc-Ansätze, keine formalen Prozesse

  2. 2 Defined

    Formale Prozesse definiert, aber nicht durchgängig umgesetzt

  3. 3 Implemented

    Prozesse vollständig umgesetzt und dokumentiert

  4. 4 Monitored

    Prozesse werden überwacht und gemessen

  5. 5 Optimized

    Kontinuierliche Verbesserung und Anpassung