BCM — Business Continuity Management
Krisenmanagement
Aufbauorganisation und Prozesse für das Krisenmanagement: Krisenstab, Kommunikationsmatrix, Entscheidungslogik und Post-Mortem-Analyse.
Krisenstab — Aufbauorganisation
Der Krisenstab wird bei erheblichen und schwerwiegenden IKT-Vorfällen einberufen. Er setzt sich wie folgt zusammen:
Vorsitz
Vorstand / Geschäftsführung — strategische Entscheidungen
Lage
BCM-Beauftragter — Lagebild, Dokumentation, Zeitstrahl
Kommunikation
Unternehmenskommunikation / PR — interne und externe Kommunikation
IKT-Notfall
IT-Leitung / CISO — technische Wiederherstellung, Forensik
Fachbereiche
Betroffene Bereiche — Geschäftsauswirkungen, Workarounds
Recht / Compliance
Rechtsabteilung — Aufsichtsmeldung, Haftungsfragen, Datenschutz
Eskalationsstufen
- Stufe 1 — Beobachtung: Geringfügige Störung, Fachbereich klärt selbst. Keine Eskalation.
- Stufe 2 — Warnung: Mittelgradige Störung, IT-Notfallorganisation aktiv. BCM informiert.
- Stufe 3 — Gefahr: Erhebliche Störung, BCM-Koordinator einberufen. Vorstand informiert.
- Stufe 4 — Krise: Schwerwiegender Vorfall, Krisenstab einberufen. Aufsichtsmeldung prüfen.
Entscheidungslogik
- Ressourcenallokation: Personal, Budget, externe Dienstleister
- Notfallbetrieb: Workaround-Prozesse, manuelle Ersatzverfahren
- Kommunikation: Kunden, Aufsicht, Medien, Mitarbeiter
- Wiederanlauf: Reihenfolge der Wiederherstellung nach BIA
- Rückkehr zum Normalbetrieb: Qualitätssicherung, Nacharbeiten
Post-Mortem-Prozess
Nach jedem erheblichen IKT-Vorfall wird eine strukturierte Post-Mortem-Analyse durchgeführt:
- Datensammlung: Zeitstrahl, Logs, beteiligte Personen, Entscheidungen
- Ursachenanalyse: Direkte und indirekte Ursachen (5-Why-Methode)
- Wirkungsanalyse: Tatsächliche Auswirkungen vs. BIA-Annahmen
- Maßnahmenableitung: Präventive und korrektive Maßnahmen mit Prioritäten
- Management-Reporting: Bericht an Vorstand und ggf. Aufsicht
- Nachverfolgung: Tracking offener Maßnahmen bis zur Schließung